Thun als Olympiadorf?

Medienmitteilung der Grünen Stadt Thun

Gemäss Medienmitteilung unterstützt der Regierungsrat des Kantons Bern die Kandidatur «2026. Les Jeux Swiss Made» für die Olympischen Winterspiele 2026 mit einer Million Franken aus dem Lotteriefonds. Das überregionale Konzept von «2026. Les Jeux Swiss Made» sieht neben dem Zentrum im Wallis auch Wettkampforte in Kandersteg, Bern und Biel sowie ein Olympisches Dorf in Thun vor. Vor diesem Hintergrund stellt sich den Grünen Thun die Frage, ob der Gemeinderat in diese Planung miteinbezogen wurde und diese Absichten unterstützt? Die Olympischen Spiele sind bekannt für Gigantismus, Landverschleiss, Umweltbelastung und das Versprechen eines Mehrwertes für die lokale Wirtschaft und Bevölkerung bleibt meistens unerfüllt.

Sotschi heute; Quelle: https://www.welt.de/sport/video147224152/So-sehen-Olympia-Appartements-in-Sotschi-heute-aus.html

Die Vorstellung, Olympische Spiele würden dem organisierenden Land enorme wirtschaftliche Vorteile verschaffen, ist weit verbreitet. Die positiven Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft werden vor allem von den Organisatoren unterstrichen. Sie betonen die Impulse für den Tourismus und das lokale Gewerbe sowie die Verbesserung der Infrastruktur. Die Erfahrungen der früheren Austragungsorte zeigen ein anderes Bild. Gigantische Bauruinen, Umweltbelastung und Mehrausgaben sind Zeugen dieser Megaanlässe. Die bisherigen Erfahrungen mit den Olympischen Spielen sind gemischt. Es ist nicht einfach zu erfassen, ob sie für das jeweilige Gastgeberland tatsächlich wirtschaftlich vorteilhaft waren. Erschwerend hinzu kommt, dass seit den Terrorangriffen die Sicherheitskosten geradezu explodiert sind. Dabei handelt es sich um nicht nachhaltige Ausgaben; sie werfen keinen zukünftigen Ertrag ab. Die Infrastruktur- und die Sicherheitsausgaben werden zu einem grossen Teil vom Staat bezahlt. Deshalb stellt sich die Frage, ob der Öffentlichkeit mit einer anderen Verwendung dieser knappen Mittel nicht mehr gedient wäre. Es muss dabei abgewogen werden, ob nicht zum Beispiel höhere staatliche Ausgaben für die Bildung zukünftig eine bessere Rendite bringen würden.

Und bestes Beispiel für eine Fehlkalkulation der Regierung zeigte sich am 40-stündige Halt der Tour de France im Juli dieses Jahres. Das Spektakel hat den Kanton Bern mit

2,5 Mio. Franken somit fast 50 % mehr gekostet als ursprünglich geplant.

Die Fraktion der Grünen wird an der kommenden Stadtratssitzung eine Interpellation zu den Kosten und Transparenz einreichen.

Medienmitteilung Regierungsrat Kanton Bern: Olympische Winterspiele «2026. Les Jeux Swiss Made»