„Taten statt leere Worte“

Über die Missstände bei der Senevita AG

Trotz den handfesten Skandalen bei der Senevita AG konnte ich fast die ganze Woche nur von schönen Worten des Senevita-CEO Werner Müller lesen. Zuletzt in seinem Leserbrief vom 16. Dezember. Dabei sprechen im Moment offenbar alle Fakten gegen ihn und seine Senevita. Mehrere PflegerInnen bezeugen die Missstände bei Senevita Panorama und eine Pflegerin wurde gar missbräuchlich entlassen, als sie auf die Missstände aufmerksam machte.

Senevita geht auch sonst nicht besonders respektvoll mit seinen Personal um, wie die Entlassung der sieben Gastronomiemitarbeitenden bei Senevita Westside eindrücklich aufzeigt. Ich wage mir gar nicht auszumalen, was sonst noch alles beim Personal und – wer weiss – bei den BewohnerInnen in den anderen Senevita-Heimen schief läuft. „Wir werden alle Vorwürfe prüfen“, verspricht Müller in seinem kurzen und oberflächlichen Leserbrief. Das hoffe ich doch. Die Zeit der leeren Worte muss enden und endlich müssen Taten folgen.

Nächste Woche treffen sich Senevita und die Gewerkschaft Unia zu Gesprächen. Ich hoffe, dass Herr Müller dort nicht nur leere Versprechungen macht. Ich hoffe Herr Müller wird sich dort bereit zeigen, einen Gesamtarbeitsvertrag für gute Arbeitsbedingungen beim Pflegepersonal abzuschliessen, damit künftig gemeinsam Missstände bekämpft und Qualität gesichert werden können. Mit dem Abschluss eines Gesamtarbeitsvertrags würde Senevita den bisher leeren Worte von Müller („Wir sparen nicht beim Personal“) Inhalt geben. Das wäre lobenswert – und angemessen.

Roman Gugger, Co-Präsident Junge Grüne Bern