Solidarität statt Barrikade!

Kommentar zur Wochendebatte der TagesWoche zur Frage ob Widerstand gegen Asylzentren vertretbar sei. Mehr dazu

Rund eine Milliarde Menschen auf unserer Erde hungern. Alle 15 Sekunden erliegt ein Kind dem Hungertod. Infrastruktur und Ressourcen auf unserem Planeten würden ausreichen um fast das Doppelte der Weltbevölkerung zu ernähren. Rohstoff- und Nahrungsmittelspekulanten (darunter auch namhafte mit Sitz in der Schweiz) tragen unter anderem die Schuld an dem Debakel. Dann gibt es noch dutzende weitere Gründe, die Menschen zur Flucht bewegen: Politische Gewalt, Naturkatastrophen, Krieg, Verfolgung etc. Diese Menschen gelangen mit viel Glück nach einer langen Reise in die Schweiz. Und wir wollen sie nicht unterbringen können? Wir rechnen aus, wie viele Tausend Franken uns ein solcher „Fremder“ kostet… Es geht hier um Menschenleben! Und das ist in keinerlei Währung messbar. Es ist menschenunwürdig und verwerflich, die Augen davor zu verschliessen und Hilfe zu verweigern. Ich fordere die aufgebrachten Leute auf, sich einmal kurz die Frage zu stellen: „Warum ich? Warum hier?“. Sie werden feststellen, dass es darauf keine wirkliche Antwort gibt und dass die Rollen genau umgekehrt sein könnten und Sie froh darum wären, irgendwo auf der Welt Asyl zu erhalten. Und noch was: Immanuel Kant hat gesagt – und das mit Recht: „Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir.“ Unser Verschliessen gegenüber Hilfsbedürftigen ist unmenschlich. Fühlt Ihr euch gut dabei?