„In viel zu kurzen Ferien billige Bücher lesen. Immerhin nicht in der Zweitwohnung.“

Der gestrige Sonntag war in vielerlei Hinsichten ein guter. Zwar hat das Schweizer Stimmvolk einmal mehr auf die Wirtschaft, denn auf ihre eigenen Bedürfnisse gehört und auf die gesetzlichen 6 Wochen Ferien verzichtet und es verpasst, das Buch (die kleinen Verleger, Nicht-Bestseller-Autoren und die kleinen Buchfachgeschäfte) zu schützen und zu schätzen. Jedoch hat es eben auch das unsinnige Steuergeschenk an Reiche in Form der Bauspar-Initiative ziemlich deutlich abgelehnt. Und das beste: Franz Webers Zweitwohnungsinitiative wurde – zwar äusserst knapp – angenommen. Ein Achtungserfolg. Nebenbei fanden um die 8000 Menschen aus der ganzen Schweiz und dem angrenzenden Ausland ihren Weg an den MenschenStrom gegen Atom rund ums AKW Mühleberg. Ein farbenfroher und ausgesprochen kreativer Umzug bei wunderbarer Atmosphäre hat stattgefunden. Ein Sonntag wie es noch manchen geben darf.

Und für die 33.5 Prozent der Stimmbevölkerung, die sich 6 Wochen Ferien gewünscht haben, gibt es nun die einzige Konsequenz: Sich gewerkschaftlich organisieren und für mehr Ferien, bessere Löhne, sichere Arbeitsplätze und sichere Sozialversicherungen kämpfen. Den 66.5 Prozent der Ferienablehnenden lege ich im Übrigen nahe, doch auf ihre Ferien zu verzichten, so dass jene die sich mehr Ferien wünschen auch mehr beziehen können – ohne der armen Wirtschaft zu schaden.